Düsseldorf – Tokyo

Trackliste – Düsseldorf – Tokyo (Love Machine)

  • Singles:
    • Düsseldorf – Tokyo
    • Golo Mann
    • Hauptbahnhof
    • That Mean Old Thing
    • The Animal
  • Andere Tracks:
    • 100 Jahre Frieden
    • Lieblingsbar
    • Gunst der Dinge
    • Swimmingpool der Welt
    • Gemeinsam einsam

Als Love Machine ihr viertes Studioalbum Düsseldorf – Tokyo ankündigten, war es mehr als nur ein neuer Plattenrelease. Es war der Ausdruck einer Band, die nach Jahren künstlerischer Arbeit ihre Identität neu auslotete, mit dem Blick fest auf ihre Heimatstadt gerichtet und dennoch mit einem musikalischen Resonanzkörper, der weit über Düsseldorf hinausreicht.

Das schwierige Wachsen eines Albums

Die Entstehung von Düsseldorf – Tokyo war ein langwieriger und intensiver Prozess. Die Band zog sich Ende 2019 für zwei Wochen in ein abgelegenes Bauernhof‑Retreat im Schwarzwald zurück, um erste Ideen, Arrangements und Atmosphären gemeinsam zu entwickeln. Diese Phase war geprägt von Experimentieren, Wiederholung und dem Ringen um einen neuen, stimmigen Sound, der die innere Stimmung und die Geschichten der Bandmitglieder widerspiegelte. Die anschließenden finalen Aufnahmen fanden in Düsseldorf statt – teils im Proberaum, teils im Keller nahe dem legendären alten Kraftwerk‑Studio, das wie ein stiller Zeuge deutscher Musikgeschichte über dem Projekt schwebte.

Ursprünglich planten Love Machine mehr Tracks und Ideen, doch die finale Trackliste reduzierte sich auf zehn sorgfältig ausgewählte Songs. Diese Entscheidung fiel nach vielen gemeinsamen Diskussionen und Testläufen – die Band wollte ein Album, das sich organisch anfühlt, ohne überladen zu wirken.

Mut zur Muttersprache und musikalische Neuausrichtung

Ein zentraler Wendepunkt während der Entstehung war die Entscheidung, größtenteils in deutscher Sprache zu singen. Bis dahin hatten Love Machine ausschließlich englische Texte verwendet. Doch als die Songs Form annahmen und die Geschichten sich mehr um Düsseldorf und seine nächtlichen Geschichten drehten, erschien es der Band natürlicher, in ihrer Muttersprache zu schreiben und zu singen – ungefiltert und direkt. Acht von zehn Songs auf Düsseldorf – Tokyo sind auf Deutsch, was dem Album nicht nur Nähe verleiht, sondern auch eine neue Ausdruckstiefe.

Musikalisch ist das Album eine Mischung aus Garage‑, Kraut‑ und Psychedelic‑Rock mit einem treibenden Rhythmus, dunklen Basslinien und einer Prise Elektronik. Unterstützt wurde die Band von Pianist Jan Lammert, dessen Beiträge am Piano, Orgel und Synthesizer dem Album zusätzliche Klangfarben gaben.

Atmosphäre, Themen und Geschichten

Düsseldorf – Tokyo ist kein Konzeptalbum im klassischen Sinn, doch es folgt einem emotionalen und narrativen Bogen. Der Titelsong fungiert als eine Art Reisebericht durch die nächtlichen Straßen Düsseldorfs, ein motorengetriebener Track, der von Sehnsucht, Absturz und der Suche nach Momenten des In‑Between erzählt. Andere Songs wie Hauptbahnhof oder Lieblingsbar zeichnen Episoden des alltäglichen Lebens, oft maleins, melancholisch oder reflektierend, mit einer rauen Poesie, die für die Band typisch ist.

Das Album verknüpft persönliche Erfahrungen mit einer tiefen Verbundenheit zur Stadt am Rhein – einer Stadt, die mehr ist als nur Kulisse: sie ist Protagonist, Stimmungsträger und Heimat zugleich. Diese Verbindung spiegelt sich auch im Artwork und der visuellen Darstellung wider, die von ehrlichen Fotografien Düsseldorfs geprägt ist.

Veröffentlichung, Promo und Resonanz

Veröffentlicht am 26. Februar 2021 über Unique Records, erschien Düsseldorf – Tokyo in verschiedenen Formaten – Vinyl, CD und digital. Vor dem Release wurden mehrere Singles ausgekoppelt, etwa Hauptbahnhof und That Mean Old Thing, begleitet von Videos, die das raue, urbane Lebensgefühl der Band visuell einfingen.